Fettabsaugung Liposuktion

Das Absaugen von Körperfett wurde in den 70er Jahren von französischen Ärzten erforscht und entwickelt. Damals benutzte man sehr großkalibrige Kanülen (bis 2 cm im Durchmesser), weil man glaubte, nur auf diese Weise Fett absaugen zu können. Bedingt durch die Größe der Kanülen hatten die Chirurgen große Probleme mit Nachblutungen. Im Laufe der Jahre wurden die Methoden verfeinert und die Kaliber der Kanülen kleiner. Ich benutze heute Kanülen mit einem Durchmesser von nur noch 2,1 und 3,0 mm. Der amerikanische Plastische Chirurg Jeffrey Klein entwickelte die heute allgemein bevorzugte, sog. "Tumeszenz-Methode". Tumeszenz bedeutet Überfluten: physiologisches Kochsalz mit den Zusätzen Xylocain und Adrenalin wird in das Fettgewebe eingespritzt. Durch diese technischen Verbesserungen hat man heute das Nachblutungsproblem weitgehend gelöst.

Liposuktionen und Abdominalplastiken führe ich seit 1985 durch. Aus dieser langen Erfahrung habe ich Ihnen hier die wichtigsten Informationen zusammengestellt. Einzelheiten erfragen Sie bitte in der Sprechstunde.

Methoden zur Liposuktion

Es gibt verschiedene Methoden, Fett abzusaugen:

  • Die oben beschriebene und von mir bevorzugte Tumeszenz-Methode.

  • Die Ultraschall-Methode. Hierbei ist die Kanüle an ein Gerät angeschlossen, das sie in eine Schwingung im Ultraschallfrequenzbereich bringt. Dabei wird quasi das Fettgewebe zerstört, bevor es abgesaugt wird. Bei dieser Methode kann es zu Verbrennungen kommen, vornehmlich im Bereich der Haut und des Fettgewebes.

  • Ferner wird von der Industrie ein Kanülensystem angeboten, bei dem sich die Kanüle reziprokal (vorwärts-rückwärts) bewegt. Diese Methode soll laut Hersteller die chirurgische Arbeit vereinfachen, ändert aber nicht die Methode an sich.

  • Geforscht wird noch an der sog. nicht-invasiven Ultraschall-Methode. Dabei wird das Fettgewebe nach der Tumeszenz-Methode unterspritzt, und der Chirurg fährt mit einem Ultraschallgerät wie mit einem Bügeleisen über das Areal, wobei sich dann das Fettgewebe auflösen und vom Körper abgebaut werden soll. Diese Methode ist noch nicht anwendungsreif.

  • Noch in der Entwicklung ist ein Gerät mit einem in der Kanüle integrierten Wasserstrahler, der das Fettgewebe zerstört und dadurch das Absaugen erleichtert.

Die Fettabsaugung ist eine "blinde" Operationsmethode. In der Regel verwendet der Chirurg einen Schnitt, um sich anatomisch zu orientieren, oder er benutzt eine Optik, so im Bauchraum ein Laparoskop und im Gelenkbereich ein Arthroskop.

Bei der Fettabsaugung werden nur kleine Stichinzisionen (ca. 5mm lang) angelegt. Durch diese kleinen Schnitte führt man die Kanüle "blind" ins Fettgewebe ein und tunnelt es fächerförmig in verschiedenen Ebenen und von verschiedenen Winkeln. Das Fettgewebe kann man sich nach der Absaugung vorstellen wie einen Schwamm. Diese Tunnel brauchen dann einige Zeit (Wochen, Monate), um sich zusammen zu ziehen. Deshalb sind die endgültigen Ergebnisse dieser Operation auch erst nach dieser Zeit zu bemerken. Da diese Methode "blind" ist, kann es eher zu Asymmetrien und Dellen kommen.

Die besondere chirurgische Kunst ist es dabei, die Tunnelungen des Fettgewebes so zu führen, dass natürliche ästhetische Formen z.B. von Gesäß oder Beinen geschaffen werden. Dazu bedarf es langjähriger Erfahrung des Chirurgen.

Der "ideale Patient"

Der ideale Patient für eine Fettabsaugung ist nicht der "dicke" Patient, der sein Gewicht reduzieren will, sondern der "schlanke" Patient mit Fettgewebs-Disproportionen, z.B. ein Patient mit schlankem Oberkörper bei dickem Gesäß und dicken Oberschenkeln, oder sportlich aktive Menschen mit resistenten Fettpolstern.

Verlauf der Operation

Bei den meisten dieser Operationen liegt der Patient im "Dämmerschlaf" und unter lokaler Betäubung. Der Patient ist auf dem Operationstisch überwachungsmäßig angeschlossen an das EKG (Elektrokardiogramm), Sauerstoffsättigung und Blutdruckmanschette. Außerdem wird eine intravenöse Infusion gelegt. Je nach Umfang der OP erhalten Patienten ein Antibiotikum, dann wird ihnen ein starkes Schmerzmittel (Dipidolor, ein semisynthetisches Morphin) und ein Beruhigungsmittel (Valium) verabreicht. Schließlich wird das zu operierende Areal mit der Tumeszenz-Lösung unterspritzt, die auch ein Lokalanästhetikum (Xylocain) enthält.

Die Operationsdauer bei Fettabsaugung liegt je nach Umfang zwischen einer und drei Stunden. Bei größeren Eingriffen bleiben die Patienten über Nacht in der Klinik und kommen nach einer Woche (sofern nötig auch mehrfach im wöchentlichen Abstand) zur ambulanten Nachkontrolle.

Kompressionswäsche? - Nein!

Ich verordne meinen Patienten nie kostenaufwendige und unbequeme Kompressionswäsche. Meiner Meinung nach wird in der Literatur und von Kollegen weiterhin Kompressionswäsche empfohlen, ohne über den ursprünglichen Sinn dieser postoperativen Therapie nachgedacht zu haben, denn:

Als französische Kollegen in den 70er Jahren die Liposuktionstechnik eingeführt haben, verwendeten sie Absaugkanülen mit einem Durchmesser von 2cm (!) und scharfen Öffnungen in der Spitze, weil man damals davon ausging, dass mit kleineren Kanülen kein Fettgewebe entfernt werden kann. Ferner kannte man damals die Tumeszenzlösung nicht, die Dr. Jeffrey Klein in den 90er Jahren (erneut) beschrieben hat.

Die französischen Kollegen hatten in den Anfängen der Liposuktionsverfahren auf Grund der o.g. Kanülen und des "trockenen" Operationsverfahrens ein erhebliches Problem mit postoperativen Nachblutungen. Um diese Nachblutungen in den Griff zu bekommen, nutzten sie spezielle Kompressionsmieder.

Heute liposuktionieren wir mit relativ dünnen, nämlich 3-4mm kalibrigen Liposuktionskanülen mit geschlossener Spitze und stumpfer seitlicher Öffnung, plus Tumeszenzlösung. Bei dem heutigen Tumeszenz-Liposuktionsverfahren gibt es bei fachgerechter Durchführung praktisch keine nennenswerten Nachblutungen.

Von daher bin ich überzeugt, dass jede Art von postoperativen Kompressionsmiedern eher kontraproduktiv ist, DENN:

Kompression lässt arterielles Blut einfließen, behindert aber den Rückfluss des venösen Blutes und lymphatischer Flüssigkeit, was wiederum den Heilungsprozess verlangsamt - und unter Umständen zusätzliche Schmerzen verursacht.

Die Behauptung, dass mittels Kompressionsmieder intraoperativ verursachte Dellen oder Unebenheiten ausgeglichen werden können, ist nicht richtig. Durch Kompressionsmieder lassen sich keine durch ungleiche Absaugung entstandenen Dellen therapieren.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass die meisten Kollegen meine Meinung nicht teilen. Der verhältnismäßig unbeschwerte Heilungsverlauf meiner Patienten und die guten postoperativen Ergebnisse während der 30 Jahre OP-Tätigkeit auf diesem Gebiet bestätigen jedoch mein Therapieverfahren.

Risiken

Bei einer ästhetischen Operation gibt es keine Erfolgsgarantie. Ein angestrebtes ästhetisches Ergebnis kann nicht garantiert werden.

Die Risiken bei dieser Operation sind: Asymmetrie, Blutungen, Infektion, Hautverfärbung, Sensibilitätsminderung, Wundheilverzögerung, Verletzung tieferer Strukturen wie Muskeln, Darm, Blase, Leber usw.

Die oben benannten Risiken vermindern sich freilich weiter, je erfahrener und talentierter der Chirurg ist.

Bilder

In Deutschland ist aus rechtlichen Gründen die Gegenüberstellung von Vergleichsbildern vorher–nachher vor Kontaktaufnahme mit dem Arzt nicht erlaubt.

Gerne zeige ich Ihnen jedoch auf Anfrage oder anlässlich eines Beratungsgesprächs in meiner Praxis ausführliche Bildsequenzen von Zuständen vor und nach den Operationen, die ich Ihnen dann auch umfassend erläutern kann.

Unter den hier gezeigten Bildern finden Sie nur eine kurze Beschreibung der Operation und Operationstechnik:

(Bilder in Kürze)