Kinnvergrößerung (Augmentation)

Eine Vergrößerung des Kinns erreicht man entweder durch ein Kunststoff-Implantat (z.B. Hartsilikon), oder durch Verschieben des Unterkieferknochens nach vorne. Dabei halte ich Kunststoff-Implantate für die schlechtere Lösung, da diese Implantate sich auch nach längerer Zeit noch verschieben und sowohl sich selbst als auch den Unterkieferknochen verformen können.

Ich bevorzuge daher die Korrektur durch Verschieben des Unterkieferknochens. In seltenen Fällen, in denen dies nicht ausreicht, wird darüber hinaus eigener Knochen aus dem Beckenrandbereich hinzugefügt. Die dadurch erzielten Ergebnisse sind dauerhaft.

Die Operation kann mit einer intraoralen Schnittführung (vom Inneren der Mundhöhle her) durchgeführt werden oder unter dem Kinn ansetzend von außen. Ich bevorzuge die intraorale Methode, die äußerlich keine Narben hinterlässt.

Kinnverkleinerung (Reduktion)

Bei einem zu großen Kinn kann im selben Operationsverfahren - wie oben beschrieben - das Kinn nach hinten verschoben werden, oder der Knochen wird abgefräst.

Beide Operationsmethoden werden nur angewandt, wenn die Zahnreihen richtig übereinander stehen, wenn also der Biss "stimmt". Sonst sind andere, aufwändigere Methoden notwendig.

Die Operation wird in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt, kann aber auch unter Lokalanästhesie erfolgen. Sie dauert etwa 1 Stunde. Dabei wird der Unterkieferknochen unterhalb der Zahnwurzeln durchgesägt, und der untere Teil verschoben und mittels Mini-Titanplatten und Mini-Schrauben fixiert. Die Platten können belassen oder nach einiger Zeit entfernt werden.

Patienten bleiben meist 1 Nacht stationär in der Klinik.

Risiken

Bei einer ästhetischen Operation gibt es keine Erfolgsgarantie. Ein angestrebtes ästhetisches Ergebnis kann nicht garantiert werden.

Die Risiken bei dieser Operation sind: Blutung, Infektion, Asymmetrie, Pseudarthrose (Nichtverheilung des Knochens), Sensibilitätsstörungen im Lippenbereich, Wundheilverzögerung. Eventuell ist eine Nachoperation erforderlich.

Diese Risiken vermindern sich freilich weiter, je erfahrener und talentierter der Chirurg ist.

Der Artikel "Methode und Wirkungsweise der Genioplastik" von Dr. med. Paul J. Edelmann erschien in der Fachzeitschrift » "face - international magazine of orofacial esthetics", Leipzig. Dort wird sehr ausführlich und mit zahlreichen Bildern und Erläuterungen der plastisch-ästhetische Eingriff am Kinn beschrieben und erläutert.

Den Artikel können Sie hier nachlesen.

Bilder und Erläuterungen

In Deutschland ist aus rechtlichen Gründen die Gegenüberstellung von Vergleichsbildern vorher–nachher vor Kontaktaufnahme mit dem Arzt nicht erlaubt.

Gerne zeige ich Ihnen jedoch auf Anfrage oder anlässlich eines Beratungsgesprächs in meiner Praxis ausführliche Bildsequenzen von Zuständen vor und nach den Operationen, die ich Ihnen dann auch umfassend erläutern kann.

Unter den hier gezeigten Bildern finden Sie nur eine kurze Beschreibung der Operation und Operationstechnik:

Beispiel 1:

Bei diesem Patient wurde ein intraoraler Zugang (vom Inneren der Mundhöhle ausgehend) gewählt und der Unterkieferknochen horizontal unterhalb der Zahnwurzeln durchtrennt. Der untere Teil wurde dann ca. 10mm nach vorne verschoben und mittels Mini-Titanplatten und -Schrauben fixiert.

Beispiel 2:

Bei dieser Patientin wurde ein intraoraler Zugang (vom Inneren der Mundhöhle ausgehend) gewählt und der Unterkieferknochen horizontal unterhalb der Zahnwurzeln durchtrennt. Der untere Teil wurde dann ca. 10mm nach vorne verschoben und mittels Mini-Titanplatten und -Schrauben fixiert.