Die Nase prägt Typ und Schönheit

Was wir an unserem Gegenüber zuerst bemerken, ist die Nase. Sie prägt das Gesicht und den Typ mehr als alles andere. Und sie muss immer noch für Rückschlüsse auf den Charakter herhalten. Freilich meist zu Unrecht, aber was im Unterbewusstsein der meisten Menschen ausschlaggebend ist für deren Sympathie, ist in jedem Fall schwerer zu beeinflussen als die Nase selbst. Wer einen nicht mag, ohne dass er den Grund dafür erklären kann, sagt gern "dessen Nase gefällt mir nicht", sogar dann, wenn diese für sich genommen eine bessere Beurteilung verdient hätte. Das zeigt, welche besondere Bedeutung wir der Nase im Allgemeinen zuschreiben, abgesehen von unserer grundsätzlichen Neigung, schönen Menschen einen Vorschuss an Sympathie zu schenken.

Kein Wunder also, dass die Nase der erste Körperteil ist, der zum Gegenstand dessen wurde, was sich später als "ästhetisch-plastische Chirurgie" etablierte, als "schön-gestaltende Handwerksarbeit". Genau das ist die Übersetzung dieser drei Wörter aus dem Altgriechischen, der Muttersprache der Medizin. Ein plastischer Chirurg muss eben mehr beherrschen als die Medizin auf dem neuesten Stand: als gestaltender Künstler muss er vor allem auch sein Handwerk beherrschen.

Der Artikel "Today's State of the Art of Rhinoplasty" von Dr. med. Paul J. Edelmann erschien in der Fachzeitschrift "face - international magazine of orofacial esthetics", Leipzig. Dort wird sehr ausführlich und mit zahlreichen Bildern und Erläuterungen der plastisch-ästhetische Eingriff an der Nase beschrieben und erläutert.

Den Artikel können Sie hier nachlesen.

Entwicklung der Nasenchirurgie

Pionier auf diesem Gebiet, gleichsam der Erfinder der Nasenchirurgie, ist der deutsche Chirurg Jacques Joseph. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte er in Berlin die Techniken, die noch heute einer ästhetischen Nasenoperation zu Grunde liegen. Anatomisch, physiologisch und pathologisch umfassend begründet und illustriert publizierte er sie 1931 in seinem Standardwerk "Nasenplastik und sonstige Gesichtsplastik nebst einem Anhang über Mammaplastik". Dieses Buch ist Pflichtlektüre für jeden angehenden ästhetisch-plastischen Chirurgen. Damals reisten die Wohlhabenden und Reichen aus aller Welt nach Berlin, um sich vom deutschen Professor ihre Nase verschönern zu lassen.

Mag auch die Wiege der ästhetisch-plastischen Chirurgie in Deutschland liegen: ihren Boom fand sie nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA, wo viele von Josephs Schülern berühmt wurden und eigene Praxen unterhielten, darunter vor allem der New Yorker Star-Chirurg Gustave Aufricht.

Seit Jacques Joseph konnte die Medizin viele Erkenntnisse über die Anatomie, Physiologie und Pathologie der Nase hinzugewinnen und die Operationstechniken verbessern. So haben wir heute viele Möglichkeiten, den funktionalen und ästhetischen Herausforderungen auf dem Gebiet der Nasenchirurgie zu begegnen. Funktion und Ästhetik sind eine Einheit. Nur eine gut funktionierende Nase kann auch eine schöne Nase sein. Deshalb muss ein guter Nasenoperateur beide Seiten beherrschen.

Vorbereitung der Nasen-Operation

Die ästhetische Nasenoperation (Rhinoplastik) erfordert ein besonders ausführliches Beratungsgespräch mit einer gewissenhaften Analyse der Nase und des Gesichts. Der Arzt analysiert unter anderem die Nasenlänge, Nasengröße und Nasenbreite, die Nasenprojektion, den Frontonasalwinkel und den Nasolabialwinkel, die Position der Columella, Nasenspitze (Volumen, Verformungen, Kollaps etc.) und Nasenmittelteil (breit, schmal, Höcker etc.), die Nasenwurzel (hoch, tief, Rotationspunkt des Frontonasalwinkels), ob die Nase schief ist, die Beschaffenheit von Nasenscheidewand, Atemwegen und Haut.

Nachdem der Chirurg das Ergebnis seiner Analyse dem Patienten verständlich übermittelt hat, unterbreitet er seine Vorschläge und bespricht sie mit ihm. Dabei können die Gegenüberstellung von präoperativen und postoperativen Fotos und eine Computersimulation hilfreiche Werkzeuge sein.

Durchführung der Nasen-Operation

Während reine Fehlstellungen, wie z.B. Schief-, Breit- und Höckernasen, für den erfahrenen Chirurgen relativ einfach zu korrigieren sind, stellen Korrekturen der Nasenflanke, der Nasenspitze und vor allem ausgedehnter Defekte unter Zuhilfenahme von Knorpeltransplantaten besondere Anforderungen an den Operateur. Hier sind genaue Kenntnisse und Erfahrungen über die postoperativen Retraktionskräfte und komplexen anatomischen Wechselbeziehungen der Gewebestrukturen erforderlich, die unmittelbare Auswirkungen auf das kosmetische Ergebnis haben.

Verkürzt dargestellt haben wir heute folgende Möglichkeiten:

Im Hinblick auf die Art der Narkose kann eine Nasenoperation unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie), im Dämmerschlaf (sog. Sedierung) oder unter Vollnarkose durchgeführt werden.

Was die Operationstechnik betrifft, so kann die Nasenoperation von außen (offen) oder aus dem Inneren der Nase (endonasal) erfolgen. Bei der offenen Technik reicht meist ein kleiner, äußerer Schnitt im Bereich des Nasenstegs (Columella). Die endonasale Operationstechnik hingegen kommt ganz ohne äußere Schnitte und Verletzungen aus.

Ich bevorzuge bei meinen Nasenoperationen die lokale Betäubung mit Sedierung. Dabei kommt es im Vergleich zur Vollnarkose während der Operation zu deutlich geringeren Blutungen, was zur besseren Übersicht führt und eine präzise Arbeit gewährleistet. Es gibt Erfahrungswerte dafür, dass sich bei dieser Art der Narkose auch die postoperative Heilungszeit verkürzt.

Ein Chirurg mit ausreichender Erfahrung und dadurch bedingter genauester anatomischer Kenntnis kann bei sorgfältiger vorheriger Analyse die Nase in nahezu allen Fällen mit endonasalem Zugang operieren, also unter Vermeidung äußerlich sichtbarer Schnitte.

Eine Nasenoperation dauert je nach Umfang ein bis zwei Stunden. In den meisten Fällen bleibt der Patient eine Nacht in der Klinik und erhält für eine Woche einen Nasengips. Nach derartigen Operation haben die Patienten in der Regel nur wenig oder gar keine Schmerzen.

Dem Patienten ist bei seiner Suche nach einem geeigneten Operateur unbedingt angeraten, sich bei den verschiedenen Vereinigungen der Plastischen und Ästhetisch-Plastischen Chirurgen zu informieren. Sie sollten für ihn die erste Anlaufstelle sein. Diese Vereinigungen gewährleisten, dass die dort angeschlossenen Ärzte über ein hohes Maß an Qualifikation verfügen. Ich bin Mitglied in allen wichtigen und maßgebenden Vereinigungen Ästhetisch-Plastischer Chirurgen. Informieren Sie sich bitte hier und besuchen Sie auch die Websites dieser Vereinigungen!

Risiken

Bei keiner ästhetischen Operation gibt es eine Erfolgsgarantie. Ein erhofftes ästhetisches Ergebnis kann nicht garantiert werden.

Die Risiken sind: Nachblutungen, Infektion, Asymmetrie, Unebenheiten, Hautverfärbung, Narbenkontrakturen, nasale Ateminsuffizienz (Störungen bei der Atmung), Veränderungen am Geruchs-/Geschmackssinn, Wundheilverzögerung. In einigen Fällen kann eine Nachoperation erforderlich sein.

Diese Risiken vermindern sich freilich weiter, je erfahrener und talentierter der Chirurg ist.

Bilder und Erläuterungen

In Deutschland ist aus rechtlichen Gründen die Gegenüberstellung von Vergleichsbildern vorher–nachher vor Kontaktaufnahme mit dem Arzt nicht erlaubt.

Gerne zeige ich Ihnen jedoch auf Anfrage oder anlässlich eines Beratungsgesprächs in meiner Praxis ausführliche Bildsequenzen von Zuständen vor und nach den Operationen, die ich Ihnen dann auch umfassend erläutern kann.

Unter einigen der hier gezeigten Bilder finden Sie eine kurze Beschreibung der Operation und Operationstechnik. Ausführlich erläutere ich Ihnen die jeweils angewandte OP-Technik in der Sprechstunde.

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Beispiel 1:

Beispiel 2:

Beispiel 3: